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Ulrike Ottinger. TAIGA – Eine Reise ins nördliche Land der Mongolen

NiSHEN Verlag, Berlin, 1992
vergriffen

Völkerkundemuseum Zürich

Walther Heissig: Vorwort

Fast scheint es eine Angelegenheit von Frauen geworden zu sein, bis in entlegendste Landschaften der Mongolei vorzudringen und die Lebensgewohnheiten der dort lebenden kleinen turksprachigen Bevölkerungsgruppe der Tuwiner kennenzulernen und durch Aufzeichnungen zu dokumentieren. Diese Ethnie lebt vor allem in der äußersten Nordwestecke der Mongolei im Altai, zusammen mit Kasachen und westmongolischen Gruppen und zu einem kleineren Teil im Norden der Mongolei zwischen dem Chövsgöl-See und der Grenze zur Republik Tuwa.

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Einführung Ulrike Ottinger

Das weite, von hohen Schneebergen völlig eingeschlossene Darchad-Tal ist nur über zwei schwer zu begehende Pässe erreichbar. Sie werden Wächter des Tals genannt. Auf ihrem höchsten Punkt stehen mächtige Owoos, Steinsetzungen, an denen Pferdehaar, Milch und Taiga-Weihrauch geopfert werden. Im Tal leben die Darchad-Nomaden mit ihren Yaks, Pferden, Kamelen, Schafen und Ziegen, genannt die Fünf Edlen Mongolischen Tiere, und in den Bergen die Sojon-Uriangchaj mit ihren Rentieren.

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Nachwort

Zwei Frauen begegnen sich in der Einsamkeit des Gebirgswaldes im Norden der Mongolei. Für einen Augenblick sind beide zutiefst erschrocken. Die eine muß der anderen wie ein Wesen aus einer jenseitigen Welt erscheinen - hier gibt es noch solche andere Welten. Aber dann lacht diese eine der anderen einfach zu, und wenig später sitzen die beiden beieinander auf dem Waldboden, tauschen ihre Schnupftabakdosen aus - das gehört hier zum Begrüßungszeremoniell seit langer Zeit - und nennen sich ihre Namen. "Meen adym Dolma", sagt jene, die auf dem Rentier gekommen war. "Minij ner Ulrike Ottinger", sagt die, die so anders aussieht als die Menschen hierzulande.

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