Grußwort von Barbara Honrath

Ulrike Ottinger ist seit vielen Jahren international anerkannt als Filmemacherin. Auch die seit Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn, ja schon vor den ersten Filmen entstandenen Fotoarbeiten haben in bedeutende private und öffentliche Kunstsammlungen Eingang gefunden und stoßen nicht nur in der Kunstszene auf eine sehr positive Resonanz. Ich freue mich sehr, dass die umfangreiche Ausstellung im Museum für Film und Fernsehen und die sämtliche Filme umfassende Retrospektive der Freunde der Deutschen Kinemathek in Berlin einer breiten Öffentlichkeit die Gelegenheit bieten, ganz unterschiedliche Facetten des von einer höchst eigenständigen und phantasievollen Bildsprache geprägten Œuvres von Ulrike Ottinger kennenzulernen. In einzigartiger Weise führt die in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin konzipierte Ausstellung vor Augen, wie Filme und Fotografien einander ergänzen und bereichern. Zusätzlich vermitteln prachtvolle Dreh- und Arbeitsbücher sowie markante Filmkostüme inspirierende Einblicke in den künstlerischen Arbeitsprozess und das von einer geradezu barocken Fülle gekennzeichnete Bild- und Formenrepertoire von Ulrike Ottinger.

Das Goethe-Institut nimmt die Berliner Ausstellung zum Anlass, eine Tourneeausstellung mit Neuprints ausgewählter Fotoarbeiten von Ulrike Ottinger zu organisieren, die - begleitet von einem kleinen Filmprogramm - im Ausland präsentiert wird. Die gemeinsam mit Ulrike Ottinger und Kristina Jaspers von der Deutschen Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen erarbeitete Ausstellung zeigt einen repräsentativen Querschnitt aus dem fotografischen Werk der Künstlerin. Anhand exemplarischer Fotoarbeiten aus allen Schaffensphasen spiegelt die Tourneeausstellung des Goethe-Instituts das für Ulrike Ottinger charakteristische Aufeinandertreffen von dokumentarischer und inszenierter Fotografie wider, das die Kunsthistorikerin Katharina Sykora prägnant wie folgt in Worte gefasst hat: "Gefundenes und Erfundenes begegnen sich in diesen Fotos. Sie sind die Arenen wechselseitiger Veränderung von Realität und Fiktion, Vergangenheit und Zukunft, Wunsch und Erfüllung."

Mit der Ulrike-Ottinger-Ausstellung wird die gute Zusammenarbeit zwischen Deutscher Kinemathek und Goethe-Institut fortgesetzt, die schon mehrfach zu erfolgreichen Ausstellungen geführt hat. Mein Dank gilt Kristina Jaspers und Peter Mänz von der Deutschen Kinemathek und besonders Ulrike Ottinger für die engagierte und konstruktive Kooperation.

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