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Atemberaubende Aufnahmen

Saarbrücker Zeitung, 31.07.2017

Ulrike Ottinger, bekannt als avantgardistische Filmemacherin, Malerin und Fotografin, führt den Zuschauer auf eine Erkundungsreise weit in den Norden, wo der eurasische und der amerikanische Kontinent aufeinanderstoßen. Hier finden sich spektakuläre Meeres- und Vulkanlandschaften. Ottinger besucht dort Menschen, deren Ethnien und Kulturen von einer langen Geschichte kolonialer Zwänge geprägt sind, die aber dennoch Teile ihrer indigenen Sprache und ihres alten Wissens bewahrt haben. Und dort kollidieren die wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen der Einwohner und der globalen Politik.


„Was war – was ist“, so bezeichnet Ulrike Ottinger die Fragestellung ihrer Reise. Die Schriften ihrer „Vorfahrer“, Texte von Adelbert von Chamisso, Georg Wilhelm Steller und James Cook, vorgetragen von Hanns Zischler, Burghart Klaußner und Thomas Thieme, läsen sich wie Schauspiele einer Vergangenheit, die in der Gegenwart immer wieder aufgeführt würde, aber auch ins Repertoire des Vergessens versunken oder der unwiederbringlichen Zerstörung anheimgefallen seien, so Ottinger.


Ihr filmisches Logbuch verbindet faszinierende Naturaufnahmen, Exkurse in die Geschichte der indigenen Völker, die sie besucht, und die Erzählungen der früheren Reisenden, zu denen man die Landschaften sieht, auf die sich ihre Schilderungen beziehen.

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