Katharina Sykora: Ulrike Ottinger – Sessions
"Es bleibt immer das erste Mal. Gelesenes, die Imagination, die Konfrontation mit der Wirklichkeit. Muß die Imagination die Begegnung mit der Realität scheuen, oder lieben sich beide? Können sie sich verbünden? Verändern sie sich durch die Begegnung? Tauschen sie die Rollen? Es ist immer das erste Mal."
(Lady Windermere in Johanna d'Arc of Mongolia)
Ihr erstes Foto hat Ulrike Ottinger mit neun Jahren gemacht, in einem Boot auf einer Amsterdamer Gracht. Zwei indische Herren, der eine im Trench, der andere in Turban und Maßanzug, lächeln in die Kamera. Auf die Bitte, ob sie sich fotografieren lassen würden, hatten sie freundlich eingewilligt.
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Ulrike Ottinger: Stationenkino – Kleine Geschichte des Erzählens in freien Bildern
Was ist das, das uns so gefällt am Geschichten erzählen? Was ist diese unstillbare Lust immer wieder die (selbe) Geschichte im neuen Gewand, in neuen Bildern zu sehen?
Eine der ältesten Dramaturgien ist die der Stationen. Sie ist zutiefst mit den frühen Erfahrungen der Menschheit verbunden. Die Nomaden folgten den Herden durchs Grasland, Wälder, Gebirge, Schluchten, Steppen, Wüsten, Seen, Flußläufen, Tundra und Taiga. Aber nicht nur die Landschaften mit ihren sehr unterschiedlichen Herausforderungen wechselten, sondern auch die Jahreszeiten.
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