Laokoon & Söhne
Ein Film von Ulrike Ottinger und Tabea Blumenschein
Nach den Bildern getextet von Chiquita Brook
übersetzt und bearbeitet von Ulrike Ottinger |
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Deutschland 1972/73
16 mm, Schwarz/Weiß, 50 Minuten, Originalfassung
Ulrike Ottinger Filmproduktion, Berlin
Premiere: 27. März 1975, Arsenal, Berlin
Festivals: Bruxelles Filmfestival des Femmes 1977; Rotterdam 1978
Aperto 80 Biennale di Venezia u.a.
im Verleih der
Freunde der Deutschen Kinemathek e.V. |
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MÄRCHEN KOMMEN
MÄRCHEN SOLLEN BLEIBEN
ICH BIN EIN BILD
ICH BIN EIN MÄRCHEN
UND DIES IST DIE MUSIK
DIES IST LAOKOON UND SÖHNE
(Chiquita Brook übersetzt und bearbeitet von
Ulrike Ottinger |
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Als Witwe Olimpia Vincitor begibt sie sich auf die Suche nach ihrer
Vergangenheit. Unter dem Namen Linda MacNamara triumphiert sie als
Schlittschuhläuferin in einem Zweikampf gegen die Fallschirmdame
Kakalia Katzen. Tristan Tzara erscheint zu den Ritualfesten der Damen
von Laura Molloy und wird Direktor der fahrenden Zirkustruppe ,Laokoon
und Söhne'.
Der Tod einer Künstlerin und die Zerstörung ihres Ateliers
durch sieben Erinnyen, die in der Gestalt von Feuerwehrleuten aus
dem Wasser auftauchen, stehen in direkter Beziehung zum Erscheinen
des Zirkus. Endlich bringt die Verwandlung Esmeralda del Rios in eine
neue männliche Rolle, die des Gigolos Jimmy Junod, einen Hauch
von Abenteuer in das bescheidene, aber ausgefüllte Leben von
Veronika Dalton, die den Namen Hubert Dupavillon angenommen hatte.
Aber der Steckbrief Jimmy Junods ist der Polizei der ganzen Welt bekannt.
Ulrike Ottinger |
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| Presse |
Leitmotiv des LAOKOON-Films ist die Metamorphose. Doch nicht nur die
der Esmeralda del Rio. 'Bestimmte Bilder kommen in bestimmten Abständen
zurück', sagt die Erzählstimme einmal. Sie verwandeln sich
dabei offenbar in andere. Es geht also gleichzeitig um die Transformationen
von Bildern und ihrer Wahrnehmungsweisen. Das Laokoon-Kulturbild
durch Lessing als Exempel antikisch gebändigter Harmonie präsent
wird in Laura Molloy mit seinem Gegenteil konfrontiert, nämlich
mit der ungebändigten Exaltation. 'Ständig geschehen hier
Dinge', so resümiert die Erzählstimme, 'die gegen den strengen
theatralischen Anspruch gehen.' Das beinhaltet nichts anderes als
eine Absage an jede normative Ästhetik. Nicht von ungefähr
bezeichnet sich eine der Bewohnerinnen des Landes als 'Poetin der
permanenten Revolution', wobei der Begriff der Revolution hier signifikant
ist. Revolutionen so lautet offenbar die Botschaft von Ulrike
Ottinger ereignen sich nicht nur im Rahmen politischer Machtverhältnisse,
sondern auch in bezug auf die Wahrnehmungsweisen.
Aus dieser Perspektive gewinnt der Gegensatz zwischen dem Laokoon-Bild
und den Bildern des fremden Frauenlandes seine dialektische Bedeutung.
Hier wird eine weibliche Gegenkunstwelt, eine Art feministisch-ästhetische
Utopie entworfen [...]
Renate Möhrmann, DIE FRAU MIT DER KAMERA, München
1980
Ulrike Ottingers erster Film enthält bereits viele Elemente ihrer
späteren Filme: eine außergewöhnliche Frau, eine ungewöhnliche
Landschaft und eine Kette von magischen Transformationen, aus der
eine Reihe exzentrischer Charaktere hervorgeht.
Roswitha Mueller
in: ULRIKE OTTINGER: A RETROSPECTIVE, herausgegeben von den Goethe-Instituten
USA und Kanada 1990 |
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| Besetzung / Stab |
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Buch
Regie
Kamera
Produktion |
Ulrike Ottinger |
Text
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Chiquita Brook (aka Xavier Arroyuelo)
Ulrike Ottinger |
| Kostüme / Maske |
Tabea Blumenschein und andere |
Esmeralda del Rio
Olimpia Vincitor
Linda MacNamara
Jimmy Junod |
Tabea Blumenschein |
| und viele andere |
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Mit finanzieller Unterstützung
vom
Irene Weitz und Adelheid Westphal |
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Verleih:
Freunde der Deutschen Kinemathek e.V.
Potsdamer Str. 2
D-10785 Berlin
Deutschland
Ansprechpartner: Karl Winter
fon +49-30-269 55 150
fax +49-30-269 55 111 |
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