China. Die Künste - Der Alltag
Ein Film von Ulrike Ottinger |
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Deutschland 1985
16 mm, Farbe, 270 Minuten, OmU
Ulrike Ottinger Filmproduktion, Berlin
in Kooperation mit SFB, Berlin und WDR, Köln
Premiere: Oktober 1985, Internationales Dokumentar Film Festival,
Nyon
Festivals: Internationale Filmfestspiele Berlin 1986, Internationales Forum
14. Festival International du Nouveau Cinéma, Montréal 1985
Festival International de Creteil 1986
15. Festival lnternacional de Cinema, Figueira da Foz 1986
11th Hongkong Intern. Film Festival 1987 u.a.
Preise: Preis der Deutschen Filmkritik 1986
Prädikat: Besonders Wertvoll
im Verleih der
Freunde der Deutschen Kinemathek e.V. |
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Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem Schritt.
Lao-Tse |
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In meiner bisherigen Filmarbeit habe ich mich mit den Themen Exotik,
Minoritaten und deren unterschiedlichem Rollenverhalten innerhalb
des eigenen Kulturkreises beschäftigt. Nun richtet sich mein
Interesse auf die Erweiterung dieses Themas, das Kennenlernen einer
'realen Exotik' in einem fremden Land, in einem anderen Kulturkreis.
Ich versuche, mit der Kamera einen visuellen Diskurs über die
Exotik als Frage des Standpunktes zu führen.
Ulrike Ottinger
Dieser dokumentarische Film, den Ulrike Ottinger im Februar und März
1985 in Beijing (Peking) und den Provinzen Sichuan und Yunnan drehte,
versucht neue Sichtweisen auf eine fremde Kultur und deren gegenwärtige
Veränderung zu vermitteln. Ulrike Ottingers Film ist weitgehend
auf genaue Beobachtungen der Menschen gestützt und verzichtet
auf jeden Kommentar. Lange Einstellungen, die der Dramaturgie realer
Vorgänge folgen, und Originalton bekommen im Kontext dieses Films
eine besondere Bedeutung. Nur vereinzelte Szenen haben Dialog.
Ulrich Gregor |
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| Presse |
Der schönste Film des Forums war Ulrike Ottingers Reisebeschreibung
CHINA. DIE KÜNSTE - DER ALLTAG. Ein Film, der die Menschen voller
Liebe beobachtet, bei der Arbeit und in der Freizeit, der atmet wie
die Musik, die den wandernden Bildern unterlegt ist, der sich Zeit
nimmt und dabei auf jeden Kommentar verzichtet [...] Nie wird jemand
denunziert, nie ist der Blick voyeuristisch. Und immer wieder werden
die Menschen zu Darstellern ihrer selbst: die Apotheker in der "Apotheke
zur allgemeinen Nächstenliebe", die Soldaten, die sich zum
Gruppenfoto arrangieren, die Judo-Kämpfer auf dem Markt, die
alten Herren beim säuberlich durchchoreographierten Morgenballett
am Fluß. Es gab eine Dokumentaristin großen Formats zu
entdecken.
Wilfried Geldner, Frankfurter Allgemeine Zeitung,
28.2.1986
Es ist, als reise man selbst durch die Dörfer und Städte,
besuche die Märkte oder besichtige die Tempel, flaniere durch
die Straßen oder raste am Wegrand und beobachte die Menschen,
die vorüberziehen. Diesen Film zumindest ansatzweise zu erfassen,
setzt voraus: den eigenen Augen voll und ganz zu trauen [...] Ulrike
Ottinger beweist immer wieder ihren tiefen Respekt vor Details. Nicht
die ästhetische Stilisierung von Dingen und Geschichten ... interessiert
sie, sondern die realen Stilisierungen des Alltags [...] Ulrike Ottinger
nutzt hier die ästhetische Kraft des Kinos: Das Sichtbare so
zu präsentieren, wie es ist. Ihr Ziel ist:
Ein großer Teil des Films konzentriert sich auf die sichtbaren
Kulturtechniken, auf ihre Alltagsästhetik. Zur Alltagsästhetik
gehören auch der Ball, Volksfeste und ihre Attraktionen, Theater,
Oper und Musik. Was Ulrike Ottingers Film spannend macht, ist auch
der Witz, mit dem sie winzige narrative Ereignisse beobachtet und
festhält mit einem sehr genauen Sinn für Situationskomik.
Ottinger zieht den Witz aus Details, die aus dem Inneren der Bilder
aufblitzen wie das Loch in der Hose eines kleinen Jungen, der wie
zum Abschied übermütig sein Beinchen abwinkelt, so daß,
während er in der Menge verschwindet, das Loch in der Hose kurz
aufscheint. Solche Momente bleiben freilich nicht äußerlich,
sondern binden sich in die Oberflächenästhetik einer Kultur
ein, die das Groteske und den Zirkus zu einer Kunstform entwickelt
hat.
Gertrud Koch, Frankfurter Rundschau, 27.2.1986
Ulrike Ottinger hat selbst die Kamera geführt, die Bilder sind
von großer Prägnanz und Klarheit, es gibt in den viereinhalb
Stunden keinen einzigen Zoom. An dem China-Film kann man sehen, daß
auch Dokumentarfilm Bildkunst sein kann.
Wilhelm Roth, epd Film 1 / 1986
Transparenz. Der sinnliche Schauer, der vom Leben matt schimmernder
Oberflächen ausstrahlt. Nichts leuchtet, aber alles ist hell
und faszinierend.
Norbert Grob, DIE ZEIT, 30.5.1986 |
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| Stab |
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Buch
Regie
Kamera |
Ulrike Ottinger |
| Kameraassistenz |
Bernd Balaschus |
| Ton |
Margit Eschenbach |
| Schnitt |
Dörte Völz |
| Schnitt Assistenz |
Bettina Böhler |
| Übersetzung |
Ting-I Li |
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| Redaktion |
Gerhard Honal (WDR)
Rainer Lingenthal (SFB) |
| Produktionsleitung |
Hanna Rogge |
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Verleih:
Freunde der Deutschen Kinemathek e.V.
Potsdamer Str. 2
D-10785 Berlin
Deutschland
Ansprechpartner: Karl Winter
fon +49-30-269 55 150
fax +49-30-269 55 111
Verkauf:
Erhältlich auf VHS
bei
Ulrike Ottinger Filmproduktion |
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