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Gemeinsam mit dem Filmmuseum Berlin feiern wir das Erscheinen von
Ulrike Ottinger: Bildarchive. Fotografien 1970-2005, dem ersten
umfassenden Künstler- und Werkbuch von Ulrike Ottinger und
begrüßen dazu die Künstlerin im Kino Arsenal. Wir
freuen uns, dass Gertrud Koch, eine der Autorinnen, eine Einführung
hält.
Als Kino der Stationen betitelten wir 2001 eine Hommage
an Ulrike Ottinger, deren filmisches Werk wir im Arsenal und im
Forum seit vielen Jahren begleiten: In seiner Eigenschaft
als ein Medium, das aus Einzelbildern und Sequenzen besteht, aus
der Spannung zwischen Stillstand im Bild und der Bewegung der Bilder,
entspricht der Film einer der ältesten Dramaturgien, der der
Stationen. So zu lesen in Ulrike Ottingers Text Stationen
Kino Kleine Geschichte des Erzählens in freien Bildern.
Diese Geschichte ist nun in ihrem Buch zusammengefasst. Ulrike
Ottinger: Bildarchive. Fotografien 1970-2005 verfolgt das fotografische
OEuvre der Künstlerin über einen Zeitraum von 35 Jahren,
von 1970 bis heute. Das Buch veranschaulicht eine Auswahl des umfangreichen
Bilderarchivs oder des Bilderfundus der Künstlerin, Fotografien,
die teils während der Arbeit an den Filmen, als Recherche zu
den Filmen, aber vor allem auch als eigenständiges und ausdrucksstarkes
Werk entstanden sind, das lange Zeit ein wenig im Schatten der Filme
stand. Während manche ihrer Filme oft langsame, geradezu andachtsvolle
Bilder sind, die an Tableaux Vivants erinnern, scheinen ihre Fotos
dynamisch, wie angehaltene Bewegungen, und inkorporieren monadenhaft
Geschichten, die vor unseren Augen zu leben beginnen. (Gerald
Matt)
Was liegt näher, als ein solches Werk in all seinen Dimensionen
zu präsentieren? So ist für 2006 eine umfangreiche Fotoausstellung
im Filmmuseum geplant, ergänzt durch Kostüme aus der Sammlung
des Hauses und korrespondierend mit Filmvorführungen im Arsenal.
Sind die Fotos die Stationen der Entstehung des filmischen Werkes
oder können die Filme dazu beitragen, beim Gang durch die Ausstellung
an einzelnen Orten in der Mongolei, der Ukraine oder im West-Berlin
der 80er Jahre innezuhalten? Ist das Dokumentarische im Theatralischen
oder das Bühnenhafte in den Landschaften zu finden? In ihren
Filmen und Fotografien tauchen unbekannte Gesichter aus den Peripherien
unseres geografischen und gesellschaftlichen Horizonts auf, aber
auch literarische und historische Persönlichkeiten wie Dorian
Gray und Johanna von Orleans sowie exzentrische Freaks ihre
Kostüme verleihen ihnen die Überhöhung, die sie brauchen,
um aus der Gleichförmigkeit aufzublitzen.
Die Buchpräsentation, begleitet von Ausschnitten aus CHINA.
DIE KÜNSTE - DER ALLTAG (1985), soll einen ersten Lichtstrahl
auf eine in Planung befindliche Gesamtschau werfen.
Ulrike Ottinger: Bildarchive. Fotografien 1970-2005 wurde gemeinsam
von der Ursula Blickle-Stiftung, dem Witte de With und der Kunsthalle
Wien koproduziert, es erscheint anlässlich der Ausstellung
En Face in der Ursula Blickle-Stiftung im Kraichtal
(13.11.-18.12.05) und wurde bereits von Ulrike Ottinger und Catherine
David anlässlich der Ausstellung Bild Archive (2004)
im Witte de With, Center for Contemporary Art, in Rotterdam konzipiert.
Für weitere Informationen:
Ulrike Ottinger Filmproduktion
Fichtestraße 34
D-10967 Berlin
Deutschland
fon +49-30-692 93 94
fax +49-30-691 33 30
office@ulrikeottinger.com
www.fdk-berlin.de
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